Bericht über die Klimakonferenz-Simulation in Bremerhaven

Am 23. Februar 2026 fand in Bremerhaven eine besondere Veranstaltung statt: die Klimakonferenz-Simulation. An der Paula-Modersohn-Schule und den Kaufmännischen Lehranstalten nahmen jeweils etwa 90 Schüler:innen teil. In der „Paula“ waren dieses Jahr die Klassen GRÜN d,e,f und ROT e + f daran beteiligt. Ziel war es, eine echte UN-Klimakonferenz möglichst realistisch nachzustellen.

Zu Beginn der Simulation wurden die Schüler:innen in das Thema Klimawandel eingeführt. Dabei erfuhren sie, wie sich das Klima aktuell verändert und warum es so wichtig ist, den globalen Temperaturanstieg zu begrenzen. Das zentrale Ziel der Simulation, angleichend zum Pariser Klimaabkommen, ist es, die Erderwärmung bis zum Jahr 2100 auf möglichst 1,5°C zu begrenzen.

Anschließend wurden die Schüler:innen in sechs verschiedene Ländergruppen eingeteilt. Jede Gruppe vertrat ein Land oder eine Region und erhielt dazu passende Informationen und Ziele. Es waren China, die USA, Indien, die EU und andere Industrie- und Entwicklungsländer vertreten.  Nach einer kurzen Vorbereitungszeit begann die eigentliche Simulation.

Die Aufgabe der Gruppen bestand darin, wichtige Entscheidungen zur Klimapolitik zu treffen. Dazu gehörten:

  • das Festlegen von Emissionszielen für fossile Brennstoffe,
  • Entscheidungen zur Entwaldung und Landnutzung,
  • sowie das Einrichten eines Klimafonds.

Nach der Arbeitsphase stellte jede Gruppe ihre Ergebnisse in einer kurzen Rede vor. Die festgelegten Ziele wurden anschließend in ein spezielles Computerprogramm (C-Roads) eingegeben. Dieses Programm zeigte, wie sich die Entscheidungen auf das Klima auswirken würden. Dabei wurde schnell deutlich, wie schwierig es ist, das 1,5°C-Ziel zu erreichen.

Die Simulation bestand aus mehreren Runden, sodass die Schüler:innen ihre Strategien verbessern konnten. Dabei mussten sie miteinander verhandeln und Kompromisse eingehen – ähnlich wie bei echten internationalen Klimakonferenzen. Dies war nicht nur anspruchsvoll, sondern auch emotional herausfordernd. Immerhin schafften es die Schüler:innen der „Paula“ durch zähe Verhandlungen, den Klimaindex auf 1,6°C zu senken, auch wenn sie rein rechnerisch dafür einen Klimafonds in Höhe von 535 Mrd. US-Dollar aufnehmen hätten müssen.

In der abschließenden Nachbereitung tauschten sich die Schüler:innen über ihre Erfahrungen, Gefühle und Erkenntnisse aus. Viele erkannten, wie komplex Klimapolitik ist und dass nur gemeinsames Handeln zu Lösungen führen kann.

Die Klimakonferenz-Simulation wurde vom Verein Multivision e.V. durchgeführt, einer Organisation, die sich für nachhaltige Bildung einsetzt und von der UNESCO ausgezeichnet wurde. Dank der Unterstützung durch die Initiative „¾ plus Bremerhaven“ war die Teilnahme für die Schüler:innen kostenlos.

Insgesamt war die Simulation eine lehrreiche Erfahrung, die nicht nur Wissen vermittelte, sondern auch zeigte, wie wichtig Zusammenarbeit und Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel sind.

Auch das Radio hat über unsere Konferenz berichtet. Der Beitrag kann unter Bremerhavener Schüler retten das Klima mit eigener Konferenz – buten un binnen abgerufen werden.

Dr. S. Gäbler-Schwarz und M. Schubert